TAMÁS ORSÓS Geigenbau-Meister

Neubau und Reparatur von Geigen, Bratschen, Celli und Kontrabässen. Restaurierung von Wiener Kontrabässen.

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Über mich

Der Himmel hängt voller Geigen, jedenfalls in meiner Werkstatt in Urajújfalu, einem Dorf in Westungarn bei Sárvár, halbwegs zwischen Wien und Plattensee, wo ich mit meiner Familie wohne. Selten verirrt sich ein Fremder in diesen Ort. Zwei Hunde, drei Enten, drei Hühner und ein Hahn bevölkern meinen Garten. 

Nach der Matura in Sárvár im Jahre 2000 habe ich das Geigenhandwerk beim preisgekrönten Meister Szabó István und dann später bei Bárdi Szabolcs an der Franz-Liszt-Universität in Budapest gelernt. Seit 2018 bin ich staatlich geprüfter Instrumentenmacher-Meister mit der Berechtigung, Lehrlinge auszubilden. Mein erster Lehrling war Varga Balázs (in der Mitte des Bildes). Derzeit arbeitet der junge Balázs-Kercsó Alpár bei mir (links im Bild), der neben seiner theoretischen Ausbildung in Budapest hier das Geigenhandwerk von seiner praktischen Seite kennenlernt.

In meinem Haus ist auch die Werkstatt und das Holzlager untergebracht. Da ich alle Instrumente von Hand mache, gibt es kaum Maschinen in der Werkstatt. Eine kleine Bandsäge hat sich allerdings als ganz praktisch erwiesen.

Mein Stolz ist das Tonholzlager. Da lagern Fichten- und Ahornbretter  bester Qualität seit Jahren am Dachboden, die ältesten sind 80 Jahre alt. Jedes Jahr ergänze ich das Lager durch Zukauf von  Tonholzhändlern oder – mit etwas Glück – von aufgelassenen Geigen-Werkstätten.

Ich habe bis heute Geigen, Bratschen und einen Kontrabass gebaut. Für 2020 habe ich mir mein erstes Cello vorgenommen. Das Holz dafür liegt bereits in meiner Werkstätte.

Dienstleistungen

Der Bau eines neuen Streichinstruments ist mein Beruf und meine Berufung. Eine Decke oder einen Boden aus dem Vollen zu schnitzen bedeutet tiefste Befriedigung für mich.

Zufolge meiner Zusammenarbeit mit Musikschulen und Musikgruppen in Westungarn fallen laufend Reparaturarbeiten an Schüler- und Meisterinstrumenten an.

Meine Kunden kommen aus dem In- und Ausland. Es sind Profi-Musiker, Schüler und Amateure aus meiner Heimat, aus Wien, der Schweiz, Slowakei und Deutschland.

Neubau

Meine Leidenschaft ist das Formen, Bearbeiten, Glätten und Lackieren von Holz. Die ungarischen Kollegen, mit denen ich in verschiedenen Volksmusikgruppen zusammen spiele, kennen meine Leidenschaft und bestellen ihr neues Instrument bei mir. Auch aus Österreich und der Schweiz kommen Bestellungen für neue Geigen und Bratschen, weil sich die leichte Spielbarkeit und der satte Klang meiner Instrumente schon herumgesprochen haben. Für die Auslieferung nach Österreich sorgt mein Freund Klaus Hackl aus Mödling, der regelmäßig zwischen Mödling und Urajújfalu pendelt.

 

Als praktische Arbeit zu meiner Meisterprüfung habe ich 2018 einen Kontrabass (Modell Pietro Palotta) gebaut, der nun in Österreich gespielt wird.

Die Genauigkeit und Schönheit der Ausführung liegt mir am Herzen, auch wenn es sich um Belege, Klötze oder sonstige von außen nicht sichtbare Details handelt. Jede kleinste Unregelmäßigkeit in der Bearbeitung wird sich beim fertigen Instrument als uneinheitliche Tongebung oder störende Resonanzeigenschaft rächen.

 

Reparatur und Klangverbesserung

Außer von Profi-Musikern werde ich oft von Schülern der Musikschulen aus den Komitaten Vas und Györ-Moson-Sopron besucht. Die angehenden Musiker wollen gerne wissen, wo und wie ihre Instrumente repariert und verbessert werden.

Zu den häufigsten Reparaturleistungen gehören neben dem Säubern des Instrumentes das Ergänzen von Randstücken an Decke und Boden, das Einsetzen eines neuen Bassbalkens, das Abziehen des Griffbrettes, die Einstellung des Obersattels, die Korrektur der Stegwölbung, die Adjustierung des Stimmstocks und das Einsetzen neuer Wirbel bzw. die Anpassung der vorhandenen Wirbel. Klangschönheit und leichte Spielbarkeit sind die Ziele meiner Arbeit.

Auch Ihre Bögen sind bei mir in den besten Händen. Sie werden repariert, neu armiert und mit einem neuen Haarbezug versehen. Bei Cello und Kontrabass kann auch mal ein neuer Stachel nötig sein.

Bei älteren Instrumenten treten häufig Risse im Holz auf. Sie werden geklebt und innen mit Belegen versehen. Diese Belege werden aerodynamisch gestaltet, um der vibrierenden Luft möglichst wenig Widerstand zu bieten.

Breitere Risse werden mit einem passgenauen Span ausgefüllt.

Restaurierung

Wenn Holzteile fehlen oder zersplittert sind oder unsachgemäße frühere Reparaturen am Instrument festgestellt wurden, dann wird man um ein Auseinandernehmen des Instruments nicht herumkommen. Erst wenn alle Teile gesäubert vorliegen, kann man sich ein Urteil über den wahren Zustands des Instrumentes bilden und die geeignete Methode zur Wiederherstellung auswählen.

Hier wird meine Restaurierung der Decke eines Kontrabasses von Georg Eltner aus Schönbach in Böhmen als eines von vielen  Arbeiten gezeigt.

 

 

 

 

 

 

 

 

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